Aktuelles

Mitgliederversammlung und Lausitzkirchentag

Ein schöner sonniger Nachmittag empfing die Teilnehmer, als sie sich im Görlitzer Hotel SILESIA zur diesjährigen Jahrestagung einfanden. Notwendig war diese Zusammenkunft vor allem deswegen geworden, weil die Mitgliederversammlung einer dringenden Satzungänderung ihre Zustimmung erteilen musste.
Es wurde recht eng im für die Tagung eigens hergerichteten Gastraum des Hotels, schließlich mussten 38
Mitglieder und acht Gäste Platz finden. Nach Begrüßung, kurzer Andacht und Bestätigung der Tagesordnung nahm die Versammlung ihre Beratungen auf. Es wurde der Verstorbenen gedacht, der
Rechenschaftsbericht des Vorstands und der Kassenbericht des Schatzmeisters mit den Rechnungsergebnissen für das Jahr 2021 vorgetragen. Nach zügiger Aussprache erteilte die Versammlung dem Vorstand Entlastung.
Nach eingehender Erörterung erhielt auch die Satzungsänderung die nötige einhellige Zustimmung.
Ein 11-Punkte-Ideenpapier zur Gewinnung neuer Mitglieder kam im Anschluss zur Beratung, in deren
Verlauf nach Abstimmung drei Punkte zur Umsetzung empfohlen wurden: (1.) Verstärkung der Bildungsarbeit, (2.) Spezielle Fahrten ins Schlesische für ein jüngeres Publikum und Nichtmitglieder anzubieten und (3.) engere Verbindungen nach Polen und Tschechien zu knüpfen. Über die im letzten
Tagesordnungspunkt „Verschiedenes‟ angesprochenen Informationen und Termine wird im Gottesfreund zu gegebener Zeit bericchtet werden.
Nach einem schmackhaften Abendbrot stand noch eine Grufthausführung auf dem historischen Nikolaifriedhof in Görlitz unter der fachkundigen, wiewohl auch kurzweiligen Leitung von OKRin i.R. Margrit Kempgen auf dem Görlitzer Nikolaifriedhof auf dem Programm.
Am Samstag und Sonntag mischten sich die Teilnehmer unter die zahlreichen Gäste des LAUSITZKIRCHENRAGES, hier einige Stimmen: Christine Class (Aalen) „Wenn der Gottesdienst
zum Kirchentag nächstes Jahr in Nürnberg auch so gut wird…“;
Reinhard Wohlfahrt (Bielefeld): „Das war die beste Idee, unsere Mitgliederversammlung mit dem
Lausitzkirchentag zu verbinden“;
Luiza Paradowska (Görlitz): Der Standdienst hat mir großen Spaß gemacht“.

Interessante Veranstaltungen und Informationsstände luden die Teilnehmer des Lausitzkirchentages
zum Verweilen und zum Gespräch ein. Am Stand der Gemeinschaft wurde nicht nur der Ministerpräsident Sachsens, Michael Kretschmer begrüß), sondern auch das nun jüngste Mitglied der Gemeinschaft Luiza Paradowska aufgenommen.
Zu Gast und viel gefragt war auch Bischof Waldemar Pytel (Breslau). Gut besucht waren auch die zahlreichen
Podiumsgespräche und Diskussionen, wie im Literaturhaus „Alte Synagoge‟ mit Pfr. Cezary Krolewicz (Lauban) zum Thema „Wer lebt eigentlich hier – Lausitzer Identitäten‟ oder auf der Bühne des Untermarktes, wo ein Gedankenaustausch zur „Deutsch-Polnischen Partnerschaft‟ mit OKR‘in i.R. Margrit Kempgen, Bischof Pytel, Superintendent Dr. Thomas Koppehl und Pfarrerin. Jadwiga Mahling (Schleife) stattfand Es blieb aber auch Zeit zum Gebet und zu innerer Einkehr. Am Heiligen Grab fanden regelmäßig (geistliche) Führungen und Gebetszeiten statt, an denen u.a. der schlesische Bischof Waldemar Pytel beteiligt war.
Einzelne Veranstaltungen des Lausitzkirchentags sind dokumentiert unter www.Lausitzkirchentag.de (ANN mit MH)

25-jähriges Jubiläum der Johann-Heermann-Stiftung und LAG-Treffen in Stuttgart

Mit einem Festgottesdienst in der Stuttgarter Schlosskirche erinnerte die Johann-Heermann-Stiftung gemeinsam mit der LAG Baden-Württemberg am 19. Juni an die Stiftungsgründung vor 25 Jahren. In seiner Ansprache erinnerte der Kuratoriumsvorsitzende Bernd-Uwe Grand, der den Gottesdienst auch als Organist mitgestaltete, noch einmal des im Januar verstorbenen Stiftungsgründers und Ehrenvorsitzenden
Dr. Paul Gerhard Eberlein.
Der Gottesdienst, den Generalsuperintendent i.R. Martin Herche leitete, war geprägt von Texten des Namensgebers der Stiftung, Johann Heermann, die von Elisabeth Eberlein und Pfarrer i.R. Thomas
Fritz, sowie der 25jährigen Stuttgarter Studentin der Sprechkunst Ulrike Schulze gelesen wurden.
Am Folgetag trafen sich Mitglieder der LAG im Haus der Heimat. Der Vorsitzende der Gemeinschaft, Martin Herche dankte in der Andacht der neugewählten Vorsitzenden Elisabeth Eberlein für ihre Bereitschaft, diese Aufgabe zu übernehmen und sprach ihr den Segen Gottes zu. Musikalisch wurde die Andacht begleitet von unserem Mitglied KMD Ulrich Feige. Der Nachmittag war in bewährter Weise
vom Leitungsteam liebevoll vorbereitet. Beim Kaffeetrinken war Zeit zu Gespräch und Austausch. Anschließend gab Martin Herche in Wort und Bild einen Einblick in die beeindruckende Geschichte unserer Gemeinschaft. (MH)

Pastor em. Peter Merx zum Gedenken

Mit Bestürzung und Trauer erreichte die Redaktion die Nachricht vom plötzlichen Tod von Pastor em. Peter Merx. Am Pfingstsonntag ist er nach langer Krankheit in Gottes Ewigkeit eingegangen.
Bereits vor vielen Jahren musste er aus diesem Grunde auch in den Ruhestand treten und widmete sich seitdem seiner großen Leidenschaft, den Büchern. Seine große Liebe zum geschriebenen Wort – er hatte auch Germanistik studiert – hat ihn sein Leben lang begleitet. Ein Sammelschwerpunkt in seiner großen privaten Bibliothek sind Gesangbücher, gerade auch aus Schlesien. Er war lutherischer Theologe durch und durch.
Mit enormem Fleiß „produzierte“ er Beiträge für den Schlesischen Gottesfreund zur schlesischen Geschichte und Alltagsgeschichte. Aber auch seine Aufsätze zu Inhalt und Entstehung schlesischer Choräle und geistlicher Dichtungen sind uns allen in guter Erinnerung. So mancher lesenswerte
Artikel harrt noch seiner Veröffentlichung, so dass er mit seinen Beiträgen auch über seinen Tod hinaus für uns noch längere Zeit präsent sein wird. Für seine abwechslungsreichen und vielfältigen Beiträge und seine Treue und Verlässlichkeit als Autor haben wir zu danken.
So lange es seine Gesundheit zuließ, kam er Jahr für Jahr nach Schlesien, interessierte sich sehr für die Altlutheraner in Schlesien und suchte die Bibliothek der Kirchlichen Stiftung
auf, die er immer wieder mit wertvollen alten Büchern und Druckerzeugnissen über und aus Schlesien bereicherte.
Unter dem Wort aus dem 1. Korintherbrief (3,11) „Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.” wurde Pastor em. Peter Merx am 17. Juni in der Kapelle des ev.-reformierten Friedhofes Varresbeck in Wuppertal ausgesegnet und anschließend
beigesetzt. Wir wünschen allen, die um ihn in Trauer sind, Kraft und Trost auf ihrem weiteren Lebensweg. (Redaktion SGF)

Wir unterstützen evangelische Gemeinden in Schlesien, die ukrainische Flüchtlinge aufgenommen haben – Spendenbitte des Vorstands

in diesen Tagen sind unsere Gedanken bei den unter dem Krieg in der Ukraine leidenden Menschen – und bei den Frauen, Kindern und alten Menschen auf der Flucht.

Inzwischen sind viele ukrainische Flüchtlinge auch in Schlesien angekommen und von Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen aufgenommen worden. Deshalb bittet der Vorstand um Spenden, die den schlesischen Gemeinden und Einrichtungen für Ihre Flüchtlingshilfe und damit den Menschen aus der Ukraine zugutekommen

Unser Konto:

Gemeinschaft evangelischer Schlesier (Hilfskomitee) e.V.
Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien
IBAN: DE84 8505 0100 0232 0785 64
Verwendungszweck: Schlesische Flüchtlingshilfe Ukraine


Gebe es Gott, dass das Blutvergießen bald aufhört, die heute von Krieg, Flucht und Vertreibung Betroffenen an Leib und Seele bewahrt bleiben und gebe Gott uns allen seinen Frieden.

Görlitz, 15. März 2022

Generalsuperintendent i.R. Martin Herche
Vorsitzender

Pfarrer Dariusz Lik verstorben

Am 16. Januar 2022 verstarb in Grünberg/Zielona Góra nach langer schwerer Krankheit Pfarrer Dariusz Lik im 55. Lebensjahr. Die Trauerfeier fand am Samstag, den 22. Januar 2022 in Grünberg/Zielona Góra statt.

Dariusz Lik wurde am 7. Oktober 1967 in Stettin geboren. In den Jahren 1986-1991 studierte er Evangelische Theologie in Warschau. Er absolvierte vor der Ordination Praktika in Pfarreien in Krakau und Nowy Sącz (Neu Sandez, Klein-Polen). Am 24. Juli 1993 wurde er in Zabrze durch Bischof Jan Szarek zum Pfarrer ordiniert. In den Jahren 1993-1994 war er Vikar der Pfarrei in Krakau. Ab Juli 1994 wurde er zum Vikar der Pfarrei in Grünberg/Zielona Góra ernannt. 1997 wurde er zum Pfarradministrator ernannt und 2004 zum Pfarrer gewählt. In großer Treue hat er, so weit es seine Kräfte erlaubten, mit Unterstützung eines Vikars seinen Dienst versehen.

Pfarrer Dariusz Lik hinterlässt seine Frau und eine Tochter. Möge er in Gottes Frieden ruhen.

Zum Gedenken

an Pfr. i.R. Dr. Paul Gerhard Eberlein

Am Samstag, dem 15. Januar 2022 ist Pfarrer i.R. Dr. Paul Gerhard Eberlein von Gott in sein himmlisches Reich heimgerufen worden. Er verstarb im Alter von 93 Jahren und wurde am 19. Januar in Schwäbisch Gmünd unter geistlichem Geleit zur letzten Ruhe gebettet.
Geboren wurde Paul Gerhard Eberlein am 18. Dezember in Kupferberg/Riesengebirge als Sohn des Pfarrers und späteren Predigerseminardirektors Hellmut Eberlein. Seinen schlesischen Wurzeln ist Paul Gerhard Eberlein ein Leben lang verpflichtet geblieben. Er war ein Brückenbauer. Viele Menschen in Deutschland und Polen wussten das zu schätzen.
Besonders intensiv waren seine Kontakte zu Hirschberg, wo er seinerzeit das Gymnasium besuchte. Über viele Jahre arbeitete er mit ehemaligen Gymnasiasten aus der Zeit vor und nach dem 2. Weltkrieg zusammen, unterstützt von einem deutschen und einem polnischen Historiker.
Da für Paul Gerhard Eberlein zum äußeren Aufbau des zerstörten Deutschlands nach 1945 auch eine innere Erneuerung zwingend notwendig schien, entschied er sich für den Pfarrberuf. Seine ausgeprägten journalistischen Fähigkeiten nutzte er nicht nur als Student, sondern später auch beruflich, als er Leiter der neu gegründeten Informationsstelle des diakonischen Werkes in Stuttgart wurde. Neben seinem Dienst als Gemeindepfarrer wirkte er lange als Militärpfarrer in Frankreich. Immer wieder trat er mit wichtigen Veröffentlichungen hervor. Nicht nur mit seiner Promotionsschrift über Schulfunksendungen im Religionsunterricht oder mit der Momentaufnahme „Namibia und Südafrika in der Wendezeit“, sondern auch als Herausgeber eines Sammelbandes mit Predigten und Vorträgen des Württemberger Landesbischofs schlesischer Herkunft, Hans von Keler, des schönen Bildbandes über Schlesische Kirchen und nicht zuletzt als Autor des gut lesbaren, informativen Buches über Caspar von Schwenckfeld, mit dem er den in Vergessenheit geratenen schlesischen Reformator ins Bewußtsein einer interessierten
Öffentlichkeit zurückholte.
Für die Gemeinschaft evangelischer Schlesier war sein jahrzehntelanges Wirken – er war seit 1955 Mitglied – ein großer Segen. Ob nun als Mitglied im Präsidium des Schlesischen Kirchentages, im Vorstand der Gemeinschaft oder in den vielen Jahren als Vorsitzender seiner Baden-Württembergischen Landesarbeitsgemeinschaft – er hat sich mit seinem unermüdlichen Einsatz große Verdienste
erworben. Vielen sind die jährlichen Freizeiten, zuletzt immer wieder in Herrenberg, in guter Erinnerung. Die Organisation der regelmäßig stattfindenden Gottesdienste mit der altvertrauten schlesischen Liturgie waren ihm stets ein inniges Herzensanliegen.
Oft hat er dabei der Schlesiergemeinde selber Gottes Wort zum Trost und zur Orientierung verkündigt!
Immer wieder hat Paul Gerhard Eberlein die Frage der Bewahrung des schlesischen Erbes über die Zeit der Erlebnisgeneration hinaus beschäftigt. Mit der ihm eigenen Tatkraft gründete er schließlich 1997 die Johann-Heermann-Stiftung und gewann dafür prominente Mitstreiter und viele Förderer besonders in Baden-Württemberg, um Projekte zu fördern, die das geistliche und kulturelle Erbe des Evangelischen
Schlesien lebendig erhalten. Dabei lag ihm sehr der deutsch-polnische Austausch der jungen Generation am Herzen. 
2019 wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Johann-Heermann-Stiftung ernannt.

Wir werden Pfarrer i.R. Dr. Paul Gerhard Eberlein in unserer Gemeinschaft und in der Johann-Heermann-Stiftung in ehrender Erinnerung behalten und nach Kräften das von ihm begonnene Werk fortführen. Möge er in Frieden ruhen.

Martin Herche
Vorsitzender
Gemeinschaft evangelischer Schlesier (Hilfskomitee) e.V

Bernd-Uwe Grand
Kuratoriumsvorsitzender
Johann-Heermann-Stiftung